Testamentarisches Abendlied (oder Wanderers Mondlied)
von Jan Ferber

Für Hedwig und Angelika
für Wulf und Werner,
und alle Anderen, die ihr eingegangen seid, eingeht und eingehen werdet  ins ewigentindividualisierte Licht

Müde bin ich,
geh‘ zur Ruh‘,
Müde bin ich Tod
nur zu
schließ mir meine Äuglein zu
Vater, sei verflucht
Mutter …….hoffnungslos
lass die Eltern Eltern sein
ihr habt immer nur euch selbst geliebt
Ihr sollt künftig
fern
von meinem Bette sein
niemals über meinem Bette weinen.
Hab ich Unrecht heut getan,
keineswegs, nur arm
nichts als viel Prekäres
Fünfzehn Jahre kämpf ich nun
langsam werd ich müde
bloß weil ich nicht jammerte
nicht um eure Gunst
das was ihr so Hilfe nennt
nicht mit Lärm drumbuhlte
nirgends GOTT mich sehen kann
den es gar nicht gibt
gings mir nicht nur gut
die Familie richtet schnell
ohne was zu wissen
schimpfen sich vom Ego frei
ist ein Ruhekissen
wie im Kälbermarsch
keiner sieht den Druck
keiner sieht den Schaden
in mir an
den Geschwätz anrichtet……
Keine Gnad‘
kein Jesublut
machen diesen Schaden gut.
Alle, die mir sind verwandt,
dürfen mich vergessen
Keiner der mir ist verwandt
soll noch Ruhe finden
alle die mir Hilfe gaben
solln dem LICHT befohlen sein
Doch ich schrei euchs
sterbend jäh entgegen:
Jeder von euch Selbstgerechten
wird mir folgen einst
eingehn in das Großeganze
ohne Ich noch sein
und der Körper ist ganz kalt und tot
wenn ihr mich dann eines Tages
findet, toten Körper nur
brennt ihn fort
und schüttet meine Asche in die Welt
Ich verzeihe allen alles
denn sie ahnten nichts
die mit Gier und kaltem Herzen
mich bekämpften
muss ich nicht verzeihn
rosa Kinderpopoglaube:
Gott, laß ruhn in deiner Hand.
Alle Menschen groß und klein,
sollen dir befohlen sein.
meine Bitte:
Kranken Herzen sendet Ruh,
nasse Augen schließet zu,
laßt den Mond am Himmel steh’n
und die  Welt beseh’n.
die nurniemals still
ach du guter alter
Mond
du mir Heimat 
warst
wie die Nacht
ich war sicher kein Gerechter
machte nichtmals Vorschläge auf meinem Grabstein
löscht nur nicht,
was ich mit meinen Möglichkeiten
virtuell so von mir gab
Ehre und Respekt
erfuhr ich nur
in den seltenen Momenten
der Liebe
egal
wie sie ist
was sie ist…..
es ist
was es ist
sagt…..
Lasst mich endlich in Ruhe
die ihr doch nichts versteht
denn Ihr Blutsauger
werdet keinen Frieden finden
obwohl die Banalität des Bösen
besteht vielleicht darin
gesetzlich zu nennen
was unmenschlich ist….
die Anderen bitte ich
mir zu verzeihen
ich hab auch nicht immer gewußt
was ich tat
doch ich konnts dann meistens
nachhinein verstehn
viele sind mir auch begegnet
die den Wahnsinn gelindert haben
setzt mir keinen Stein
zündet keine Lichter für mich an
wenn ihrs für euch braucht
dann reicht auch ein Gedanke
und ein Licht
und sollte nach Verbrennung und Schmaus etwas übrigbleiben
dann gebts denen,
die es wirklich benötigen….
morgen früh wenns Welt will
werd ich wieder geweckt
aber nur noch 
von wem und wann ich dann will…..

ja mein Tod hat längst begonnen
ich weiß nur nicht wann……………

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