Bei jeder Wahl das gleiche Ritual. Die größte Partei ist immer die Partei der Nichtwähler. Diesmal rund 40%. Aber von der redet keiner. Die stärkste bewählte Partei repräsentiert mal gerade gut ein Fünftel der Stimmen der Wahlberechtigten, nämlich 21.96%. Die totgesagte Untote FDP, die Partei der Herz- und Mitleidlosigkeit,überlebt und feiert sich als der Nabel der Welt. Ach würde sie sich doch selbst endlich hinrichten.

Das ist doch keine Demokratie mehr, zumal eine Regierung die zustandekäme, mal gerade für etwas mehr als ein Viertel der Wahlberechtigten stände, 27.96%. Ja Badiou hat recht. Geht nicht zur Wahl, denn nur so kann die Stimmenanzahl für die herrschende Klasse, die sich für uns nur als Wahlvieh interessiert, vielleicht soweit entkräftet werden, dass ein tatsächlicher Wandel entsteht….oder ein Aufstand, der eigentlich fällig wäre. Konsequent, lieber Wähler, das Patt ( denn imgrunde ist es ein Patt)  denn egal wer die scheinbare Macht innehat. Es ändert sich nix. Kann ja auch gar nicht, denn die wahren Entscheidungen werden schon lange nicht mehr in den Parlamenten getroffen….Die Tochter meiner Freundin fragt natürlich richtig. Was wäre die Alternative?
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Interessant allein, dass die Menschen sich in Sachen FDP gegen die Medienvorgaben ,gewehrt‘ haben und die Demoskopen komplett danebenlagen, was die Einzelergebnisse der Parteien angeht, aber Recht gehabt haben, was die Lagersituation angeht, die ja eigentlich auch die Medienlage widergibt, wir sind also in dem von Chomsky bekämpften Zustand der Fabrikation von Konsens angekommen….

Die Lage ist hoffnungslos. Die gesellschaftlichen Schemata sind festbetoniert. Es gibt nur noch einen Schein von Politik. Den Rest regelt eine kleine Gruppe von Mächtigen, die zum Teil nicht einmal mehr persönlich in der Öffentlichkeit auftritt……..wobei das, was die Öffentlichkeit erfährt, nur die öffentlichen Konflikte sind, ob die mit den relevanten übereinstimmen, sei zumindest für  fraglich gehalten.

medienkritisch: der glattnette Herr Rösler, für mich eine Symbolfigur für die Gnadenlosigkeit der herrschenden Klasse, spricht von einem bedeutenden Tag für die FDP und die Liberalen in Deutschland, ein Medienvertreter macht daraus: ein bedeutender Tag für Deutschland. Klingt vielleicht besser, aber es ist zu überdenken, dass die Redenschreiber und Spin Doktors eventuell auch die Pressetexte und nicht nur die Presseerklärungen schreiben sollten, dann wäre wenigstens der Sprachmüll präziser und einen großen Unterschied würde man vielleicht doch nicht bemerken….

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