logo

Ganz großes Kino, eine großartige Frau, ein Begriff, der die Welt und das Denken verändert hat, die Banalität des Bösen, und wirklich großartige Schauspieler, deren Intensität in den Dialogszenen handwerklich nahezu perfekt scheint, fast schon banal der Gedanke, dass Margarethe von Trotta nicht nur die Legende und nicht nur die öffentliche Figur der Zeitgeschichte, sondern den Menschen zeigt, mags auch subjektiv sein

Bildschirmfoto 2013-01-17 um 02.24.56

aber das ist das Vorrecht jeden Kinofilms, dass es zumindest so (gewesen) sein könnte, und dieser Film ätzt quasi allen Duckmäusern und Opportunisten und allen Nichtdenkern ins Hirn, Nichtdenken ist der Anfang des Bösen und Nichtsagen ist es auch [ im Grunde fängt es beim Schweigen zum Mißbrauch in der katholischen Kirche und in den Familien an und tun wir das nicht zu Vielen wenn nicht fast allen….]

Bildschirmfoto 2013-01-17 um 02.45.36

und:

ich bin wieder in Gefahr antisemitisch zu wirken, denn selbst ihr, als Jüdin, ist es Hanna Ahrendt nicht gestattet, Juden zu kritisieren bzw. nicht die Juden (um mich abzugrenzen von Antisemiten) sondern einzelne Juden, die in der Shoah mit den Schlächtern, Folterern und Henkern deutscher Herkunft kollaboriert haben, obwohl kein Widerstand der Welt wohl Sinn gemacht hätte….und dazu gehörte wohl auch Marcel Reich-Ranicki, auch wenn er es in seinen ‚Memoiren‘ anders dargestellt hatte….

eigentlich gibt es nichts zu kritisieren an diesem Film, und das geht mir ja recht selten so…

Bildschirmfoto 2013-01-17 um 02.41.15

beinahe wunderbar in Sachen Charakterstudie: die Szene als der Ehemann ihr den Stapel Droh- und Schmähbriefe, eine Reaktion auf ihre eher philosophischen Artikel zum Eichmann-Prozess in Jerusalem, fortnehmen möchte und sie sich mit den Worten wehrt: „Ich habe diese Menschen verletzt, sie haben ein Anrecht darauf, dass ich mich damit auseinandersetze.“  Die Briefe enthalten übelste Beschimpfungen und Todesdrohungen. Was für ein Format sich selbst dieser Art von Kritik zu stellen….

Bildschirmfoto 2013-01-17 um 02.29.53

Ich kenne heute kaum einen Künstler, Autor, Musiker, etc, der das Format hätte, sich so seinen Kritikern zu stellen, selbst wenn er meint, er habe Recht. Nur wenige hätten überhaupt den Mum ehrlich zu sagen, was man denkt, nein nicht über die Juden, nein nicht über den Staat Israel, nein nicht einmal über Herrn Netanjahu, aber vielleicht über die israelische Siedlungspolitik oder eine geheime Militärstrategie mit dem Ziel einen palästinensischen Staat zu verhindern oder den Iran auszulöschen, wenn das ginge ohne das iranische Volk auszulöschen…Das Böse ist überall, aber es ist so dämlich und banal, dass man es nicht sehen will oder nicht sehen kann…..ich rede nicht von den Menschen, die glauben, sie entkämen sich selbst, indem sie sich ein wenig satanistisch geben, oder satanistischen Kulten anhängen…

http://www.hannaharendt-derfilm.de/#/home
http://de.wikipedia.org/wiki/Hannah_Arendt

Advertisements