Die Kunstmaschine
Der Künstler ist in den Augen der Gesellschaft
auch immer der Fußabstreifer,
über den man sich erheben kann
weil er ja nicht in der Lage ist
ansonsten simple Dinge des Alltags zu regeln
die bürokratischen Foltermethoden des Staates,
der Gesellschaft und Familie
durchaus persönlich nimmt
Ist das wirklich so?

Der Künstler ist der Prügelknabe
wenn er politisch wird
zumindest in Deutschland
oder wenn er sich in Jugendkunstformen
wie Trash
ausprobiert

lieber im Chaos der Ideen scheitern
sie mühsam zum Termin oder kaum oder gar nicht gebändigt bekommen
im eigenen brainstorming ertrinken
als sie magersüchtig
so eng zu fassen
das man das Konzept hinzuerfinden muss
der Inhalt glasklar ist
und die Form alles dominiert

als Künstler zu viel zu wollen kann fruchtbarer sein
als sich brav zu begrenzen
es ist das alte Auseinandersetzungsprinzip
dionysisch versus appolinisch
Minimalismus versus Jonathan Meese und seine Diktatur der Kunst
die in Teilen zwar wohldurchdacht
partiell aber auch leicht faschistoid wirkt
die klassische kulturelle Begrenzung
mit nicht einmal mehr neuem Thema
wird heute weitgehend bei der Klientel gefallen
die Kultur goutiert
aber die Kunst ist mehr gefordert

eine Freundin,
die meint ich wollte nicht mehr ihr Freund sein
die mit mir noch nie
außerhalb des Lehrer-Schüler-Daseins gearbeitet hat
wirft mir vor
ich würde immer zuviel wollen
kann ja sein
aber ich frage mich
wie kann sie das wissen
wenn sie noch nie mit mir gearbeitet hat
sondern es immer nur tun wollte

im Frühling/Sommer bordet alles über
im Herbst kann man ernten
im Winter wird gestorben

Kunst, die den ganzen Wahnsinn
und die ganze Schönheit des Lebens enthält
die sich zuweilen suhlt im Kreatürlichen
immer wissend
dass die Natur der Kunst über ist
das Leben
immer jedem ästhetischen Zweck
solche Kunst kann ich scheiternd
immer und immer wieder
nach und mit den
Höllen der Sucht
Höllen des Lebens
Höllen der Liebe
Höllen des Todes

Im Zusammenhang mit der Israeldiskussion
sei daran erinnert
dass man sich bei der Ein- und Ausreise
in Israel fühlt
als ob man einen totalitären Staat besuche
weil man wie ein Verbrecher befragt wird
von Menschen in Uniform
Das wirkt martialisch
nicht gastfreundlich
als ob sich ein Attentäter
davon abhalten ließe
Das sagt der ganzen Welt
wir werden uns wehren
Das ist ein gutes Recht.
Aber das einstige Opfer
das absichtsvoll und vielleicht sogar hinterlistig tötet
handelt nicht (mehr) in Notwehr
es sei denn es tötet seinen Peiniger
Das nannte Hannah Ahrendt einst
die Banalität des Bösen

Außerdem ist es doch ein offenes Geheimnis
dass der Kapitalismus gesellschaftlich-individuelle Freiheiten ermöglicht
im fabrizierten Konsens zuweilen
eine autokratische Keule schwingt
wenn es um Geld und Besitz geht
wenn jemand Würde und Meinungsfreiheit wörtlich nimmt
das bringt einen fast zum Kotzen
wenn dann ein Pastor die Freiheit beschwört
nach dem Motto KINDER SEID LIEB ZUEINANDER
denn auch in der Autokratie gibt es Freiheiten
aber nur persönliche keine politischen…..
gibt es wirklich individuelle Freiheiten in der Demokratie

Vespers ‚Reise‘ Dokument eines Scheiterns
gegen Schätzings hochintelligente aber oberflächlich-substanzlose Romane
Unterhaltungsmaschinerie gegen Werbung contra Kunst
Ich verdiene erst die Kohle in der Werbung
dann mache ich Kunst
ein Schlag ins Gesicht all Derjenigen
die sich mühen
vielleicht gerade in diesem Mühen scheitern
gescheitert sind, scheitern werden.

Ach so und natürlich sitze ich am See und fütter Enten.
Aber es geht mir gut.

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